7 Gefühle beim Stillen

Stillen ist etwas sehr schönes und sehr intimes, kann aber auch gleichzeitig anstrengend sein und weh tun. Ich bin ein wenig in mich gegangen und möchte Euch von sieben Gefühlen, die ich beim Stillen hatte/habe, berichten.

  1. SCHMERZ
    Fangen wir mal mit dem unangenehmen Teil an. Stillen tut weh! Gerade anfangs musste sich meine Brust an das feste Saugen gewöhnen und schmerzte. Je öfter der Kleine angelegt wurde, desto offener wurde die Brust und umso mehr tat es weh. Beim zweiten Kind waren auch die Nachwehen während des Stillens stark zu spüren. Das Gute ist – es wird besser! Nach ca. 2 Wochen konnte ich schmerzfrei stillen. Jetzt tut es nur manchmal weh, wenn unser kleiner Mann zu gierig reinbeisst. Es heisst ja immer so schön: „Gut Ding braucht Weile“ – nicht verzweifeln, Hilfe bei der Hebamme holen, cremen, cremen, cremen, Oben-Ohne rumlaufen und ggf. Lasern lassen. Ihr schafft das!
  2. SORGE
    Ja auch Sorge gehört dazu. Ich glaube als Mama sorgt man sich schon mal von Natur aus mehr als alle anderen. Mein erster Sohn hat abgepumpte Milch aus der Flasche getrunken und ich wusste immer genau wie viel Milch er zu sich genommen hat. Bei meinem zweiten Sohn hat das Stillen problemlos geklappt aber ich hab mir gerade am Anfang immer Sorgen gemacht: Bekommt er genug? Trinkt er überhaupt? Kommt überhaupt Milch raus? Liebe Mamas, ich kann Euch beruhigen! Die Kinder holen sich schon was sie brauchen. Laut meiner Hebamme sollte aber am Anfang darauf geachtet werden, dass in 24 Stunden mindestens 5 Windeln feucht waren und die Babies stetig zunehmen.
  3. UNSICHERHEIT
    Das Thema Unsicherheit überschneidet sich ein wenig mit der Sorge die ich hatte. Ich wusste durch mein erstes Kind, dass mein Körper Milch produzieren kann und ich in der Lage bin ein Kind zu ernähren. Trotzdem war ich oft unsicher. Ich wusste auch häufig nicht ob ich gewisse Sachen essen darf oder nicht. Wie auch erwähnt, dass Thema mit dem „genug bekommen“ war auch eine Unsicherheit. Es gibt die Möglichkeit einer Trink-Wiegung. Würde ich aber nur einmalig mit einer Hebamme empfehlen, da man sich ansonsten verrückt macht. Kinder trinken einfach mal mehr und mal weniger. Dabei wird das Kind vor dem Anlegen gewogen und danach. Die Differenz ist die Menge an Muttermilch, die das Kind zu sich genommen hat. Bezüglich Ernährung in der Schwangerschaft kann ich keine konkreten Empfehlungen geben. Auf jeden Fall sollte man sich gesund und ausgewogen ernähren. Alkohol und Nikotin sind verboten!
  4. GLÜCK
    Kommen wir zum schönen Teil. Stillen ist (auch wenn man die drei oberen Punkte miterlebt) wunderbar. Es ist so ein großes Glück und eine solche Freude, wenn man sein Kind ernähren kann. Einfach großartig! Die Kleinen saugen friedlich an der Brust und bekommen genau das was sie brauchen. Es ist wundervoll zu erleben wie gut die Natur vorgesorgt hat und es macht mich stolz und glücklich mein Kind selbstständig ernähren zu können. Wirklich ein absolut tolles und unvergleichliches Gefühl.
  5. VERBUNDENHEIT
    Stillen ist so viel mehr als ernähren. Es herrscht eine sooo starke Verbundenheit. Die Bindung zwischen Mutter und Kind wird gestärkt. Man ist in seiner kleinen Blase – eine Einheit. Es ist eine sehr intime Verbindung die man mit seinem Kind eingeht und ich genieße dies sehr. Hier möchte ich aber auch nochmal darauf hinweisen, dass auf Flaschenkinder mit ihrer Mutter eine wunderbare Verbundenheit haben können und das das Ernähren eines Kindes durch die Flasche keinesfalls schlechter ist als Stillen. Keine Mutter verdient es deshalb beleidigt zu werden, weil sie die Flasche statt der Brust gibt. Auf jeden Fall ist Muttermilch ideal auf das Kind zugeschnitten, doch wie auch bei meinem ersten Kind klappt das Stillen oft nicht und es ist großartig das im Bereich der Babynahrung so viel geforscht wurde und es schon so tolle Ersatzprodukte gibt.
  6. ENTSPANNUNG
    Stillen beruhigt ungemein. Ich glaube der Körper sendet sogar Entspannungshormone während des Stillens. Falls das überhaupt geht – aber der menschliche Körper ist sowieso ein Wunder für sich. Wir haben darin mit Hilfe unseres Partners Leben erschaffen – unglaublich! Ich nehme das oft als so selbstverständlich hin bzw. dachte oft gar nicht nach welches Wunder und welches Privileg es ist ein gesundes Kind heranwachsen zu lassen und dann auch noch ernähren zu können. Ich genieße es sehr mir auch die Zeit zu nehmen mich hinzusetzen oder im Idealfall auch hinzulegen und unseren Kleinen zu stillen. Es sendet so eine Ruhe und Geborgenheit aus und lässt mich alles um mich herum vergessen. Tiefenentspannung sag ich Euch! Natürlich nicht jeder Stillvorgang – deshalb versuche ich auch mir Zeit fürs Stillen zu nehmen und diese Momente richtig einzusaugen und zu konservieren.
  7. LIEBE
    Tatsächlich war der Punkt Liebe ziemlich am Anfang in meinen Gedanken, trotzdem ist er in diesem Beitrag zum Schluss angeführt. Wie schon bei Punkt 5 möchte ich es hier keinesfalls so wirken lassen, als würden Mamas die die Kinder mit Fläschchen füttern weniger Liebe verspüren. Ich glaube wenn man sich dafür entscheidet zu Stillen sollte man es auch Lieben. Ansonsten tut man sich vor allem die Schmerzen am Anfang ja vielleicht gar nicht an. Mir gibt das Stillen auf jeden Fall das Gefühl von absoluter Liebe und Zuneigung. Es ist etwas ganz besonderes seinem Kind so nah zu sein und ich wünsche jeder Frau, die es möchte, dass sie dieses Gefühl erleben kann und die Chance hat eine tolle Stillbeziehung mit ihrem Kind zu führen.

Was sind eure Gefühle beim Stillen? Wie seht ihr das? Erkennt ihr euch wieder? Bin sehr gespannt von euren Erfahrungen zu lesen und hoffe der Artikel war spannend!

Alles Liebe

Eure Anna

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10 TIPPS wie Papa das Stillen unterstützen kann

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Im Familienleben eines frischgebackenen Papas kann es ja vorkommen, dass er sich hie und da ein wenig nutzlos vorkommt, und das fängt auch oft schon im Kreissaal an. Alle sind irgendwie hektisch, haben etwas zu tun, Papa steht daneben, versucht sich nicht zu übergeben und weiß irgendwie nicht so recht was zu tun ist… soll er seiner Liebsten gut zureden, Händchen halten oder da unten mit anpacken? Und das ist erst der Anfang, dann geht es ja gleich munter weiter mit dem Ernähren des kleinen Wunders. Das Füttern seines Kindes mit Fläschchen ist für uns Papas ja etwas ganz besonderes und natürlich bekommt man so auch die Möglichkeit seine Herzensdame tatkräftig zu unterstützen.. aber wie ist es beim Stillen? Viele Papas lehnen sich zurück und wollen mit der ganzen Geschichte nichts zu tun haben und denken sich nur.. „nice..größerer Busen und ich muss Nachts nicht raus“ oder „ich kann eh nichts dazu beitragen, das ist deren Ding, deshalb geht mich das nichts an“.

Auf der anderen Seite gibt es wieder solche Väter die sich dabei hilflos, unnütz, fehl am Platz fühlen, und wollen im Grunde helfen, wissen nur nicht wie. Habe schon von vielen Papas Geschichten über ihre frustrierte Partnerinnen gehört, die sich beim Stillen alleine und irgendwie im Stich gelassen fühlen, was die Männer natürlich dann auch zu spüren bekommen.. 🙂 Jaa.. soo geht es vielen… Ich muss sagen am Anfang kam ich mir neben dem Stillen auch oft vor wie ein nutzloses Stück Kot. Mama und Baby verschmelzen förmlich zu einer Einheit und Papa steht wiedermal nur blöd rum und bleibt außen vor. Klar, uns Papas sind da natürlich die Hände gebunden und es ist richtig entspannend, da nichts tun zu müssen 🙂 aber so einfach das irgendwann aussieht, wenn mal Routine eingekehrt ist, Stillen ist immer Arbeit, und deshalb hab ich mir dann überlegt, das ich beim Stillen zwar nicht viel fürs Baby selbst tun kann, sehr wohl aber für meine Anna.. und deshalb gibt es hier 10 hilfreiche Tipps wie Papas ihre Liebste beim Stillen unterstützen können:

  1. Sei ihr Untertan
    Mama ist beim Stillen in ihrer Bewegung eingeschränkt, deshalb versucht sie mit Allem zu versorgen wonach sie verlangt.. ja..ohne zu meckern 🙂 Vorzugsweise senkt ihr euer Haupt und beschränkt euch bei eurer Antwort auf „Jawohl meine Gebieterin“ oder „dein Wille meine Hand“ um eventuelles gezicke zu vermeiden. Am besten aber ihr lest eurer Liebsten alle Wünsche von den Augen ab
  2. Sei ihr Masseur
    Beim Stillen, vor allem in den ersten Wochen kann es durch eine verkrampfte Haltung oft zu Verspannungen kommen, ein kleine Schultermassage während dem Stillen oder am Abend bewirkt da manchmal Wunder.
  3. Sei ihr Berater
    Informiert euch über das Stillen, vor allem über Probleme die auftreten können und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite
  4. Sei ihr Motivator
    Wenns mal nicht so klappt mit dem Stillen, sie den Kopf hängen lässt und den Mut verliert, motiviert und überzeugt sie, nicht auf zu geben..
  5. Mach ihr Komplimente
    Lobet und preiset sie und zeigt Anerkennung für das was sie da täglich leisten muss. Ein paar liebevolle Worte sind natürlich immer Balsam für die Seele einer jeden Frau. Aber was im Familienleben meiner Meinung nach noch viel wichtiger ist, gebt ihr das Gefühl nicht nur eine Mutter zu sein, sondern eine.. nein eure.. geliebte, wundervolle und begehrenswerte Frau. Viele Paare schlüpfen in die Elternrolle und vergessen dabei, dass sie nicht nur Papa und Mama sind, sondern immer noch Mann und Frau.
  6. Sei ihr Entertainer
    In Smartphonezeiten kann sich Madame beim Stillen natürlich auch selbst unterhalten, aber die Zeit ist besser genutzt bei einer Unterhaltung.. und dazu gerne auch etwas Musik.. die sorgt für eine entspannte Atmosphäre..
  7. Bäuerchen
    Übernehmt nach der Fütterung das Bäuerchen, damit sich eure Partnerin ein wenig entspannen kann und ihren Körper mal wieder für sich alleine hat 🙂 Und außerdem, sein sattes zufriedenes Baby in den Arm zu nehmen und zu drücken ist ja wirklich etwas schönes… Achtung! nur nicht zu fest drücken 🙂
  8. Kinderbetreuung
    Während die Mama mit dem Stillen beschäftigt ist, kümmert euch bitte um die restliche Herde. Beschäftige die Kinder, spielt was oder geht mal raus. Gönnt Mama und dem Baby einfach die Ruhe
  9. Mama füttern
    Wenn ihr eure Liebste mit Nahrung versorgt, geht die mit Liebe durch Mamas Magen, in die Busen und ab in Babys Bauch. So kann auch der Papa indirekt Muttermilch produzieren 🙂
    Und was noch wichtig ist, wenn eure Liebste mal während dem Essen Stillen muss, fallt nicht gleich über euren Teller her wie ein Barbar, sondern schneidet z.B. ihr Essen erstmal in Mundgerechte Häppchen, reicht ihr das Getränk, einfach etwas aufmerksamer sein, sie ist ja nunmal in iherer Bewegung etwas eingeschränkt.
  10. Arbeitsteilung
    Während sie Stillt, lege dich nicht gemütlich aufs Sofa, sondern arbeite daheim ein paar Dinge ab die zu erledigen sind. Mach die Wäsche, den Geschirrspühler, Montiere die Lampe um die sie dich schon seit einem halben Jahr bittet, so etwas in die Richtung eben. Es nervt doch jeden, wenn man arbeiten muss und die Kollegen haben nicht zu tun oder liegen schon zu Hause auf der faulen Haut

Man muss jetzt zwar nicht unbedningt bei jedem Stillvorgang die ganze Liste durchexerzieren, aber wie ihr seht, kann man immer etwas dazu beitragen um seine Herzensdame zu unterstützen, und ich denke viele Mütter wären mit ein paar Punkten auf der Liste schon um einiges zufriedener. Ich finde ja, wenn ein Mann eine Beziehung eingeht, sollte ihm ohnehin klar sein, dass die Deckung der Grundbedürfnisse seiner Partnerin ab jetzt nunmal in seine Sphäre fällt. Man wird ja immer für alles verantwortlich gemacht.. aber keine Angst.. das ist im Grunde ganz einfach.. man muss sich nur merken – #HungerMüdePipiKalt – wer das im Hinterkopf behält, ist schon mal vorne dabei.. 🙂 Im Familienleben, mit Kindern, beim Stillen, usw. wird das eben nur noch ein wenig erweitert 🙂

Liebe Grüße,
euer Andreas

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Papa und die Muttermilch

Unsere Stillgeschichte fing vor 2,5 Jahren mit der Geburt unseres Sohnes Kai an. Zuvor hatten wir uns voller Vorfreude und Motivation über alle relevanten Themen rund um unser kleines großes Wunder schlau gemacht, einen meiner Meinung nach sinnlosen Geburtsvorbereitungskurs absolviert, und uns auch zur Genüge übers Stillen informiert und waren davon überzeugt, Muttermilch ist das was unser Junges braucht.

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